{"id":88,"date":"2026-03-15T22:13:37","date_gmt":"2026-03-15T21:13:37","guid":{"rendered":"https:\/\/ispg-mannheim.de\/?page_id=88"},"modified":"2026-03-15T22:13:37","modified_gmt":"2026-03-15T21:13:37","slug":"multiple-sklerose","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ispg-mannheim.de\/?page_id=88","title":{"rendered":"Multiple Sklerose"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Details<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kategorie: Ern\u00e4hrungsmedizin (\/ernaehrungsmedizin\/10-andere-krankheitsbilder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer Vielzahl m\u00f6glicher neurologischer Symptome, einer oft<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">unsicheren Prognose und z.T. deutlichen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Patienten und seine Angeh\u00f6rigen einhergeht. Auch auf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebene des psychischen Wohlbefindens und der kognitiven Leistungsf\u00e4higkeit kann die Erkrankung zu Beeintr\u00e4chtigungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00e4ufigkeit kognitiver Beeintr\u00e4chtigungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meist wird Multiple Sklerose (MS) als Krankheit mit betont k\u00f6rperlichen Symptomen aufgefasst und mit Beschwerden wie<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehst\u00f6rungen, Missempfindungen und L\u00e4hmungen in Verbindung gebracht \u2013 Beeintr\u00e4chtigungen der geistigen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leistungsf\u00e4higkeit hingegen werden h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt. Inzwischen wurde jedoch eine Vielzahl meist kleinerer Studien zu<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">diesem Thema publiziert, so dass man heute wei\u00df, dass 40 bis 70% aller MS-Patienten auch kognitiv beeintr\u00e4chtigt sind .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Symptome<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei MS-Patienten kann grunds\u00e4tzlich jeder Bereich der geistigen Leistungsf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigt sein. Besonders h\u00e4ufig<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">treten jedoch Beeintr\u00e4chtigungen der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, der h\u00f6heren Aufmerksamkeit sowie des<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ged\u00e4chtnisses auf. Hierdurch kann u.a. die F\u00e4higkeit reduziert sein, neue Informationen aufzunehmen, zu verstehen und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">abzuspeichern. Auch die sog. exekutiven Funktionen sind h\u00e4ufig eingeschr\u00e4nkt, also die F\u00e4higkeit zu planen, Ziele zu setzen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">und einzelne Handlungsschritte zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kognitive Beeintr\u00e4chtigungen k\u00f6nnen bereits in fr\u00fchen Erkrankungsphasen und unabh\u00e4ngig von k\u00f6rperlichen Symptomen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">auftreten .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar sind kognitive St\u00f6rungen bei MS-Patienten i.d.R. nicht so schwer ausgepr\u00e4gt wie etwa bei Alzheimer-Patienten,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">k\u00f6nnen aber die Alltagsfunktionen dennoch beeintr\u00e4chtigen und somit die Haushaltsf\u00fchrung, das soziale und berufliche<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leben sowie die Freizeitgestaltung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">erschweren .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einschr\u00e4nkungen im allt\u00e4glichen Leben gehen oftmals mit einer gewissen Abh\u00e4ngigkeit von anderen Personen und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit einer deutlichen Abnahme der Lebensqualit\u00e4t einher .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diagnostik kognitiver St\u00f6rungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">St\u00f6rungen in spezifischen kognitiven Bereichen k\u00f6nnen mit neuropsychologischen Verfahren erfasst werden, etwa mit Tests<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">zur Aufmerksamkeitsleistung. Zur detaillierten Bestimmung eines kognitiven Leistungsprofils werden meist sog.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Testbatterien verwendet, d.h. mehrere Einzeltests in Kombination.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang konnte sich jedoch noch kein Standard zur<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diagnostik kognitiver Defizite etablieren, so dass eine kaum \u00fcberschaubare Anzahl mehr oder weniger geeigneter Verfahren<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">in der Forschung und Praxis zum Einsatz kommt .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer eigenen Querschnittserhebung, der MSQ-Studie, wurden \u00fcber 500 MS-Patienten mit dem computerbasierten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMerkf\u00e4higkeits- und Aufmerksamkeitstest\u201c (MAT) untersucht, durch den zentrale kognitive Funktionen erfasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Therapie kognitiver St\u00f6rungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang gibt es noch keine medikament\u00f6se Behandlung speziell f\u00fcr kognitive St\u00f6rungen bei MS, die nachweislich wirksam<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ist. In der Praxis, bevorzugt in Reha-Programmen, kommen daher nicht-medikament\u00f6se Verfahren zum Einsatz, deren<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirksamkeit jedoch ebenfalls nicht wissenschaftlich abgesichert ist. Insgesamt besteht noch ein hoher Entwicklungs- und<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Forschungsbedarf auf diesem Gebiet .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundlage jeder nicht-medikament\u00f6sen Intervention sollte immer eine gr\u00fcndliche Diagnostik sein, um die individuellen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Problembereiche gezielt angehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigene Studien<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Zusammenarbeit mit verschiedenen neurologischen Praxen und Zentren in Deutschland wurden bzw. werden am ISPG<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">verschiedene Studien zu MS durchgef\u00fchrt, insbesondere zu Beeintr\u00e4chtigungen des psychischen Wohlbefindens und der<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">geistigen Leistungsf\u00e4higkeit bei MS-Patienten. Exemplarisch hierf\u00fcr stehen die MSQ- und MSL-Studie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>MSQ-Studie: St\u00f6rung von Ged\u00e4chtnis und Aufmerksamkeit bei Patienten mit Multipler Sklerose<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dieser multizentrischen Querschnittserhebung wurden 530 ambulant behandelte MS-Patienten auf Defizite ihrer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ged\u00e4chtnis- und Aufmerksamkeitsleistung untersucht. Es zeigte sich hierbei, dass kognitive Beeintr\u00e4chtigungen h\u00e4ufig<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">auftreten, v.a. hinsichtlich bestimmter Ged\u00e4chtnisfunktionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">N\u00e4heres zur MSQ-Studie finden Sie in folgender Publikation (engl.):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Adler, G. &amp; Lembach, Y. (2015). Memory and selective attention in multiple sclerosis<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>MSL-Studie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dem Projekt \u201eMS \u2013 L\u00e4ngsschnitt\u201c (MSL) handelt es sich um eine multizentrische, longitudinale Beobachtungsstudie mit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ambulant behandelten MS-Patienten. Hintergrund der Studie ist die hohe Pr\u00e4valenz kognitiver St\u00f6rungen bei MS. Bei der<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MSL-Studie wird nun der Frage nachgegangen, wie sich die kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen bei MS-Patienten im L\u00e4ngsschnitt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">entwickeln. Dar\u00fcber hinaus soll der Zusammenhang zwischen kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen bei MS und Einschr\u00e4nkungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">in der Lebensqualit\u00e4t und Berufsf\u00e4higkeit n\u00e4her betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chiaravalloti, N.D. , DeLuca, J. (2008). Cognitive impairment in multiple sclerosis. The Lancet Neurology 7(12): 1139-1151.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Benedict, R.H. , Wahlig, E. , Bakshi, R. et al. (2005). Predicting quality of life in multiple sclerosis: accounting for physical disability,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">fatigue, cognition, mood disorder, personality, and behavior change. Journal of the neurological sciences 231(1): 29-34.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kalmar, J.H. , Gaudino, E.A. , Moore, N.B. et al. (2008). The relationship between cognitive deficits and everyday functional activities in<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">multiple sclerosis. Neuropsychology 22(4): 442-449.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lembach, Y. , Adler, G. (2013a). Kognitive Beeintr\u00e4chtigungen bei Multipler Sklerose. Aktuelle Neurologie 40(03): 147-165.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lembach, Y. , Adler, G. (2013b). Dem Ged\u00e4chtnis auf die Spr\u00fcnge helfen. \u00c4rztliche Praxis Neurologie Psychiatrie 2: 22-24.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Details Kategorie: Ern\u00e4hrungsmedizin (\/ernaehrungsmedizin\/10-andere-krankheitsbilder) Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer Vielzahl m\u00f6glicher neurologischer Symptome, einer oft unsicheren Prognose und z.T. deutlichen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Patienten und seine Angeh\u00f6rigen einhergeht. Auch auf Ebene des psychischen Wohlbefindens und der kognitiven Leistungsf\u00e4higkeit kann die Erkrankung zu Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchren. 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